ISO 6020/2 und DIN 24554 beschreiben denselben Hydraulikzylinder für 160 bar mit vereinheitlichten Anbaumaßen. Die DIN 24554 ist die historische deutsche nationale Norm; mit der internationalen Harmonisierung wurde sie durch die ISO 6020/2 abgelöst, die heute die gültige Referenz für neue Konstruktionen ist. Der verbleibende Unterschied, der einen Austausch blockieren kann, liegt nicht in den Außenabmessungen, sondern in einem ganz bestimmten Detail: dem Gewinde am Kolbenstangenende, das in den beiden Normen nicht übereinstimmt. Wer einen Zylinder an einer älteren deutschen Maschine ersetzen oder nach einer Zeichnung nachbestellen muss, die noch die DIN-Bezeichnung nennt, muss daher nur einen einzigen Punkt prüfen, das Kolbenstangenende, und wissen, wie es in der Bestellung anzugeben ist.
ISO 6020/2: die gültige Referenz für Zylinder mit 160 bar
Die ISO 6020/2 legt die Anbaumaße von Hydraulikzylindern für 160 bar fest: Außenabmessungen, Befestigungsarten (Flansche ME5/ME6, Gelenkbefestigungen MP1/MP3/MP5, Schwenkzapfen MT1/MT2/MT4, Füße MS2, Plattenbefestigungen MX) und Schnittstellen zur Maschine. Ihr Ziel ist die Austauschbarkeit: Zwei normkonforme Zylinder, auch von unterschiedlichen Herstellern, passen auf dieselben Befestigungen mit denselben Außenabmessungen. Die Conforti-Baureihen CD/DK/MD mit Zugankern nach ISO 6020/2 decken Bohrungen von 25 bis 200 mm ab, mit einem Betriebsdruck von 160 bar, einem Prüfdruck von 240 bar und Hüben bis 4000 mm. Für höhere Drücke gilt eine andere Norm: Schwerlastanwendungen bis 250 bar deckt die ISO 6022 ab (Baureihe DP), ein eigener Geltungsbereich, der nicht mit dem hier behandelten Vergleich verwechselt werden darf.
DIN 24554: die historische deutsche Norm, abgelöst, aber auf Zeichnungen noch präsent
Die DIN 24554 ist die deutsche nationale Norm, die vor der internationalen Harmonisierung die Anbaumaße von Hydraulikzylindern für 160 bar festlegte: derselbe Zweck wie die ISO 6020/2, deren Vorläuferin sie auf dem deutschen Markt faktisch ist. Sie ist nicht mehr die gültige Referenz, ihr Inhalt ist in das ISO-Regelwerk eingeflossen, in Deutschland übernommen als DIN ISO 6020-2, doch in der Praxis ist sie weiterhin sehr präsent: Zeichnungen, Stücklisten und Lastenhefte deutscher Maschinen, die noch in Betrieb sind, nennen die DIN-Bezeichnung.
Die Unterschiede, die die Auswahl beeinflussen
Bei Außenabmessungen und Befestigungen sind die beiden Normen in der Praxis gleichwertig: Da sie auf demselben Maßsystem beruhen, erfüllt ein Zugankerzylinder nach ISO 6020/2 die Anbaumaße, die eine auf Basis der DIN 24554 konstruierte Maschine erwartet. Der Punkt, an dem die beiden Normen funktional relevant voneinander abweichen, ist das Gewinde am Kolbenstangenende. Das Außengewinde nach DIN 24554 stimmt nicht mit dem Standardgewinde nach ISO 6020/2 überein: Ein „nach ISO“ bestellter Zylinder kann daher perfekt in die Maschine passen und sich dann nicht mit dem vorhandenen Anschlusselement verschrauben lassen (ob Gabelkopf, Gelenkkopf oder Gewindestange). Das ist der typische Fehler beim Retrofit: Die Prüfung konzentriert sich auf Achsabstand und Befestigungen, die korrekt sind, und die Abweichung zeigt sich erst in der Werkstatt beim Anschließen der Kolbenstange. Deshalb sieht der Conforti-Katalog unter den codierten Kolbenstangenenden die Option SL (Außengewinde DIN 24554) vor, neben dem ISO-Standard, dem Innengewinde SF und dem Hammerkopf ST; für das Ende SL sind dieselben Anschlusselemente der Baureihe mit Gelenkkopf oder Gabelkopf mit Bolzen erhältlich. Die Kompatibilität mit der DIN-Welt ist also eine Konfigurationsoption aus dem Katalog: Sie wird über ein Kürzel im Bestellschlüssel hergestellt, ohne den Standard zu verlassen oder auf einen Zylinder nach Zeichnung auszuweichen.
Ersatzteile und Dokumentation: was sich in der Verwaltung ändert
Die Wahl der Normreferenz hat Folgen für die Verwaltung. ISO 6020/2 vorzuschreiben bedeutet, sich an der gültigen internationalen Referenz auszurichten: Datenblätter, CAD-Modelle und Ersatzteile sprechen auf allen Märkten dieselbe Sprache, und der Zylinder lässt sich auch nach Jahren eindeutig nachbestellen. Wer dagegen in der Stückliste nur die Bezeichnung DIN 24554 führt, bindet die Dokumentation an eine abgelöste Norm: Das funktioniert, solange der Lieferant sie zu interpretieren weiß, bringt aber bei jeder Nachbestellung einen Übersetzungsschritt mit sich. Der kritische Punkt ist das Kolbenstangenende: Bleibt das Anschlusselement an der Maschine das ursprüngliche, muss das Gewinde passen, also ist die Option SL (Außengewinde DIN 24554) anzugeben; wird auch das Anschlusselement ersetzt, empfiehlt sich der Wechsel zum ISO-Standard, und die Frage ist damit erledigt. In beiden Fällen bleibt man im Rahmen der Katalogoptionen.
Neue Konstruktion: welche Referenz gilt
Bei einer neuen Konstruktion ist die Antwort eindeutig: Die Referenz ist die ISO 6020/2, die gültige internationale Norm. Sie vorzuschreiben sichert die Austauschbarkeit zwischen Lieferanten, eine konsistente Dokumentation und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen auf allen Märkten, auch auf dem deutschen, wo die DIN ISO 6020-2 denselben Rahmen übernimmt. Die DIN 24554 in einem neuen Lastenheft zu nennen, fügt keine technische Anforderung hinzu: Es fügt nur eine abgelöste Bezeichnung hinzu.
Praktischer Vergleich der beiden Normen aus Sicht derjenigen, die einen Zugankerzylinder auswählen oder ersetzen müssen.
Aspekt | ISO 6020/2 | DIN 24554 | Hinweise |
Normstatus | Gültige Norm, internationale Referenz (in Deutschland übernommen als DIN ISO 6020-2) | Historische deutsche Norm, durch die ISO-Harmonisierung abgelöst; noch auf Zeichnungen und Stücklisten von Maschinen in Betrieb genannt | Neue Konstruktionen und Lastenhefte werden nach ISO 6020/2 erstellt; der DIN-Bezeichnung begegnet man beim Retrofit |
Geltungsbereich | Anbaumaße von Kompaktzylindern für 160 bar | Anbaumaße von Zylindern für 160 bar (gleicher Zweck, deutscher Markt) | Gleicher Normgegenstand: Der Vergleich betrifft Bezeichnungen und Details, nicht zwei unterschiedliche Produktfamilien |
Kolbenstangenende (Außengewinde) | Standardgewinde nach ISO 6020/2 (Maße KK im Katalog für jede Kombination aus Bohrung und Kolbenstange) | Außengewinde nach DIN 24554, abweichend vom ISO-Standard | Der kritische Punkt der Austauschbarkeit: Im Conforti-Katalog wird es mit der Option SL angegeben; Anschlusselemente mit Gelenkkopf oder Gabelkopf für beide Ausführungen erhältlich |
Drücke | Betriebsdruck 160 bar · Prüfdruck 240 bar (Abnahmeprüfung jedes Zylinders nach ISO 10100) | Die Druckwerte der Zugankerbaureihe gelten für beide Bezeichnungen: Sie sind kein Kriterium für die Wahl zwischen den beiden Normen | |
Baureihen CD/DK/MD — Zugankerzylinder nach ISO 6020/2 · DIN 24554
Die Baureihen CD/DK/MD mit Zugankern nach ISO 6020/2 (Bohrungen 25–200 mm, Betriebsdruck 160 bar, Hübe bis 4000 mm) weisen im Katalog die Konformität mit beiden Normen aus: Befestigungen mit doppelter Bezeichnung ISO/DIN im Bestellschlüssel und Kolbenstangenende auch mit Außengewinde DIN 24554 (Option SL) erhältlich, mit Gelenkkopf oder Gabelkopf für beide Ausführungen. Jeder Zylinder wird vor der Auslieferung nach ISO 10100 geprüft.
CAD-Konfigurator: Die Kompatibilität wird bei der Bestellung festgelegt
Im CAD-Konfigurator von Conforti sind Befestigung und Kolbenstangenende Felder des Bestellschlüssels: Wer von einer DIN-Zeichnung ausgeht, kann die Konfiguration zusammenstellen und das CAD-Modell zur Prüfung der Außenabmessungen herunterladen, bevor er ein Angebot anfordert.
